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Elektriker arbeitet an einem geöffneten Sicherungskasten im Flur einer AltbauwohnungMit KI & Liebe gemacht

Was kostet ein Elektriker pro Stunde in NRW?

Von Roland Hentschel, Betreiber des Ruhrverzeichnis, Herne · veröffentlicht am 25.07.2026, aktualisiert am 13.08.2026, Zahlen zuletzt geprüft am 26.07.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Elektrofachbetrieb kostet 54 bis 101 Euro pro Stunde, brutto inklusive Mehrwertsteuer (bundesweite Erhebung, Stand Juli 2026).
  • Für das Ruhrgebiet ist das untere bis mittlere Drittel dieser Spanne realistisch. Die hohe Betriebsdichte drückt die Preise.
  • Einzelne Arbeiten: Steckdose in vorhandener Leitung 54 bis 89 Euro, FI-Schutzschalter nachrüsten 214 bis 381 Euro, Sicherungskasten im Einfamilienhaus 1.428 bis 2.618 Euro.
  • Die Prüfung der Anlage, der E-Check, kostet 120 bis 220 Euro für eine Wohnung und 180 bis 380 Euro für ein Einfamilienhaus.

Das ist der Preis, den der Kunde zahlt, nicht der Lohn einer angestellten Elektro-Fachkraft. Die meisten Suchergebnisse zu "Elektriker Stundenlohn" beantworten die Gehaltsfrage.

Zwei verschiedene Fragen

Wer nach "Elektriker Stundenlohn" oder "Elektriker Stundenlohn NRW" sucht, will meist wissen, was ein Handwerkerbesuch kostet. Viele Suchergebnisse zu diesen Begriffen beantworten aber eine andere Frage: was eine angestellte Elektro-Fachkraft verdient - Tarifregister, Gehaltsvergleiche und Jobbörsen. Dieser Artikel beantwortet die erste Frage: den Preis, den ein Kunde für die Stunde Handwerkerarbeit zahlt, nicht den Lohn des Gesellen.

Was die Stunde kostet

Der Stundensatz eines Elektrofachbetriebs liegt laut einer bundesweiten Erhebung der Handwerkerkosten zwischen 54 und 101 Euro (Stand Juli 2026). Diese Spanne gilt für den regulären Einsatz ohne Notdienst; Anfahrt wird von vielen Betrieben separat berechnet.

Was das für Herne und das Ruhrgebiet bedeutet

Die Spanne von 54 bis 101 Euro ist bundesweit erhoben, nicht regional. Für das Ruhrgebiet ist der realistische Korridor das untere bis mittlere Drittel dieser Spanne: Ballungsräume wie München, Hamburg, Frankfurt und Stuttgart liegen belegt 15 bis 25 Prozent über dem Bundesdurchschnitt, ländliche Regionen 10 bis 20 Prozent darunter. Das Ruhrgebiet ist keins von beidem - hohe Betriebsdichte und starker Wettbewerb sprechen gegen einen Ballungsraumaufschlag, gleichzeitig ist es kein ländlicher Raum. Es liegt näher am Bundesdurchschnitt als darunter.

Warum die Betriebsdichte den Preis drückt

Ein Grund für diese Einordnung ist die Zahl der Betriebe selbst. Die Handwerkskammer Dortmund weist für 2025 insgesamt 20.631 Betriebe im Kammerbezirk aus, davon 1.252 in Herne und 3.046 in Bochum. Wo so viele Betriebe um dieselben Aufträge konkurrieren, bleibt wenig Spielraum für Preise am oberen Rand der bundesweiten Spanne.

Was einzelne Arbeiten kosten

Neben dem Stundensatz lassen sich auch einzelne, häufig nachgefragte Arbeiten mit Preisspannen hinterlegen (Stand Juli 2026, ebenfalls bundesweit erhoben):

ArbeitPreis in Euro
Steckdose in vorhandener Leitung setzen54 bis 89
Lichtschalter tauschen42 bis 77
FI-Schutzschalter nachrüsten214 bis 381
Sicherungskasten erneuern, Einfamilienhaus1.428 bis 2.618

Der E-Check und was er kostet

Neben den Arbeiten an der Installation bieten Elektrobetriebe die Prüfung der vorhandenen Anlage an, den E-Check. Für eine Wohnung liegen die üblichen Preise bei 120 bis 220 Euro, für ein Einfamilienhaus bei 180 bis 380 Euro. Anlass ist meist ein Hauskauf, der Beginn einer Vermietung oder ein Schaden, bei dem die Versicherung nach dem Zustand der Anlage fragt.

Geprüft wird die gesamte Installation vom Zählerschrank bis zur Steckdose, dazu gehören Schutzleiter, Fehlerstromschutzschalter und die Absicherung der Stromkreise. Sie bekommen ein Protokoll mit dem Ergebnis. Findet die Prüfung Mängel, ist deren Beseitigung eine eigene Leistung und kostet zusätzlich.

Im Ruhrgebiet ist die Prüfung besonders oft aufschlussreich, weil viele Wohnungen aus einer Zeit stammen, in der der heutige Standard noch nicht galt. Was dabei zutage tritt, steht im Abschnitt zum Altbau.

Übliche Preise für den E-Check, brutto. Mängelbeseitigung wird getrennt berechnet.
ObjektPreis in Euro
Wohnung120 bis 220
Einfamilienhaus180 bis 380

Notdienst: warum der Abend teurer ist

Ein Einsatz außerhalb der Geschäftszeiten kostet Aufschlag. Branchenüblich sind 50 bis 100 Prozent auf den Stundensatz, nachts und an Feiertagen auch mehr, dazu kommen häufig eine eigene Notdienstpauschale und die Anfahrt.

Eine belastbare Erhebung dazu gibt es nicht, anders als bei den Stundensätzen. Wir nennen die Spanne deshalb als Einordnung und nicht als Preis. Lassen Sie sich am Telefon die Pauschale, den Stundensatz und die Anfahrt getrennt nennen, bevor jemand losfährt. Wer das nicht sagen will, sagt es auch später nicht.

Die Gegenfrage lohnt sich ohnehin: Ein Stromausfall in einem einzelnen Stromkreis ist selten ein Notfall. Springt die Sicherung nach dem Abstecken eines Geräts wieder an, kann der Termin bis zum Morgen warten und kostet dann den regulären Satz.

Warum die Preise 2026 gestiegen sind

Der Preisatlas Handwerk 2026 verzeichnet für das Elektrohandwerk den stärksten Anstieg aller untersuchten Gewerke: plus 13,1 Prozent gegenüber 2025. Die zugrunde liegende Erhebung weist selbst darauf hin, mit 573 befragten Betrieben nicht repräsentativ zu sein - die Richtung des Anstiegs ist trotzdem ein plausibler Hinweis darauf, dass ältere Preisangaben inzwischen zu niedrig liegen.

Besonderheit Altbau

In Herne und anderen Ruhrgebietsstädten wie Gelsenkirchen und Dortmund haben Gründerzeithäuser und ehemalige Arbeitersiedlungen laut dem Wohnungsbericht NRW einen überdurchschnittlich hohen Anteil von bis zu einem Drittel am Wohnungsbestand. Landesweit stammen zudem gut die Hälfte aller Wohnungen aus den Jahren 1950 bis 1979, Wohnungen ab Baujahr 2000 machen laut Statistik NRW weniger als zehn Prozent aus.

Ältere Elektroinstallationen bringen teils andere technische Voraussetzungen mit, etwa fehlende Schutzleiter oder eine klassische Nullung. Ob und wie stark sich das auf den Aufwand einer konkreten Arbeit auswirkt, lässt sich nur vor Ort einschätzen - eine pauschale Preisangabe dafür gibt es nicht.

Was diese Zahlen sind - und was nicht

Alle Preisangaben in diesem Artikel sind Orientierungswerte aus bundesweiten Erhebungen, keine Angebote und keine Zusage für einen bestimmten Betrieb. Der tatsächliche Preis hängt vom Einzelfall ab: Material, Aufwand, Anfahrt und die Tageszeit des Einsatzes. Stand aller Zahlen: 25. Juli 2026.

Häufige Fragen

Was kostet ein Elektriker pro Stunde in NRW?

Zwischen 54 und 101 Euro brutto, also inklusive Mehrwertsteuer. Die Spanne stammt aus einer bundesweiten Erhebung vom Juli 2026. Für Nordrhein-Westfalen und besonders für das Ruhrgebiet ist das untere bis mittlere Drittel realistisch, weil die hohe Betriebsdichte den Preis drückt. Anfahrt und Notdienstzuschläge kommen dazu.

Wie viel verdient ein Elektriker pro Stunde?

Das ist eine andere Zahl als der Preis für den Kunden. Der Branchenmindestlohn im Elektrohandwerk liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 14,93 Euro brutto je Stunde, für Gesellinnen und Gesellen steigt er zum 1. Juli 2026 auf 16,13 Euro. Der Betrag auf Ihrer Rechnung enthält daneben Lohnnebenkosten, Fahrzeug, Werkzeug, Versicherung, Verwaltung und alle Zeiten, in denen niemand einen Auftrag hat.

Was ist der Tariflohn für Elektriker?

Der bundesweite Branchenmindestlohn im Elektrohandwerk beträgt seit dem 1. Januar 2026 14,93 Euro brutto je Stunde, für Gesellinnen und Gesellen ab dem 1. Juli 2026 16,13 Euro. Tarifliche Entgelte der Landesverbände liegen darüber. Mit dem Preis, den ein Kunde für die Handwerkerstunde zahlt, hat der Tariflohn nichts zu tun.

Was kommt zum Stundensatz noch dazu?

Anfahrt, Material und Zuschläge. Viele Betriebe berechnen die Anfahrt als Pauschale oder nach Kilometern, Einsätze abends, am Wochenende und im Notdienst kosten Aufschlag. Ein Angebot mit niedrigem Stundensatz und hoher Anfahrtspauschale kann am Ende teurer sein als das umgekehrte.

Quellen

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Über den Autor

Roland Hentschel

Betreiber des Ruhrverzeichnis, Herne

Roland Hentschel betreibt das Ruhrverzeichnis aus Herne und pflegt die Einträge selbst. Für die Preisangaben in diesem Ratgeber wertet er die verfügbaren Erhebungen aus und ordnet sie für das Ruhrgebiet ein, statt bundesweite Zahlen ungeprüft zu übernehmen. Wo eine Zahl nicht belegbar ist, steht sie nicht im Text.

Beim Entwurf dieses Textes wurden KI-Werkzeuge eingesetzt. Geprüft, überarbeitet und verantwortet wurde er von Roland Hentschel. Wo wir KI einsetzen

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